Legendenbildung
Vom Umgang mit der NS-Vergangenheit in Schleswig von 1929 bis 2014
von Falk Ritter

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Veröffentlicht in: Beiträge zur Schleswiger Stadtgeschichte 2015, S. 71 bis 90.

Redaktionelle Vorbemerkung von Prof. Dr. Rainer Winkler, Vorsitzender des Redaktionsausschusses

"Wer ohne Schuld ist, werfe den ersten Stein".
Ein bis zur totalen Erschöpfung geführter, verlorener Krieg, ein gedemütigtes Land, Verlust oder Gefährdung der Existenzgrundlagen, ein beispielloser Werteverfall - welch Nährboden für Radikalisierungen in den 1920er Jahren;
wer will für sich beurteilen, wie er sich unter solchen Bedingungen verhalten hätte?
Hier greift das Kohl´sche Wort von der "Gnade der späten Geburt".
Wo beginnt und wie groß ist die Schuld bei dem millionenfachen Heer derer, die mitmachten um des persönlichen Vorteils willen, die es duldeten, wegsahen, nicht widerstanden, die sich gezwungen sahen, um ihren Beruf nicht zu verlieren?
Wie groß ist die Schuld derer, die aus anfänglicher Überzeugung handelten, die passiv blieben, auch als sie das Unrecht erkannten, die sich zurückzogen, als sich die erhofften Vorteile nicht einstellten?
Die breiteste Entschuldigung nach 1945 war, man habe es nicht gewußt.
Über das Wissen davor hat sich ein Kartell des Schweigens gelegt, dass es heute unmöglich macht zu beurteilen, wie viel der Einzelne tatsächlich wußte oder zumindest ahnte.
Dass Extremsituationen wie ein totaler Krieg zu Verrohungen führen, haben auch die Siegermächte erfahren und erleben wir noch heute in den Kriegen dieser Welt.
Mindert dies die Schuld?
Und das, was das Naziregime so schrecklich macht, bagann ja lange vor dem Krieg.
Was Erziehung leistet, haben am Nachdrücklichsten die Engländer bewiesen, die kaum Verfehlungen begingen.
Und wie gehen wir um mit der Schuld unserer Vorfahren, die uns nahe stehen, die wir so ganz anders erlebten, als uns die Vorstellung möglich ist, sie könnten sich mit Schuld beladen haben?
Gerade angesichts der unvorstellbar entsetzlichen Verbrechen dieses Regimes führt jede Betrachtung aus der Rückschau (ex post) zwangsläufig zur Bejahung von Schuld bis hin zur Kollektivhaftung des deutschen Volkes.
Doch kann solche Betrachtung dem Problem nicht gerecht werden, wir müssen es von den Anfängen (ex ante) betrachten.
Eine vollständige Aufbereitung der Nazi-Vergangenheit wird schon angesichts der Materialfülle und des zeitlichen Abstandes nie gelingen.
Wenn wir damit konfrontiert werden, hilft nur eines:
Ehrlichkeit, den Schuldig-Gewordenen gegenüber wie auch uns selbst.
Unter diesem Aspekt begrüßen wir den nachfolgenden Beitrag von Falk Ritter, der aus seiner Betroffenheit keinen Hehl macht, der sich auf unwiderlegbare Fakten stützt, wertet, ohne zu verurteilen.
So weit persönlich Betroffene angesprochen werden, geben wir ihnen im Anschluss Gelegenheit, ihre Sicht darzustellen. Herr Reimer Pohl hat darauf verzichtet.
Dass eine Heimatgeschichtsgesellschaft in ihren Anfängen nach 1945 besonders stark von ehemaligen Nazi-Mitgliedern geprägt wurde, kann nicht überraschen.
Gerade die "Heimattümelnden" hierzulande waren in besonderer Weise für die nordisch geprägte Heimat - "Blut-und-Boden"-Ideologie der Nazis anfällig, sie am wenigsten konnten die Diskreditierung des Heimatbegriffes hinnehmen, Heimat als Fluchtraum.
Solcher Grundlagen ihrer Gründungsgeschichte muss sich auch die Gesellschaft für Schleswiger Stadtgeschichte stellen, auch darum drucken wir den Beitrag von Herrn Ritter gerne.
Entscheidend ist jedoch, ob die Betroffenen mit ihren Beiträgen nazistisches Gedankengut tradierten oder aber gleichsam tätige Reue übten an ihrem früher falsch verstandenen Heimatbegriff.
Sieht man die frühen Jahrgänge der Beiträge zur Schleswiger Stadtgeschichte, so ist wohl ausnahmslos Letzteres der Fall.

Prolog
Der Autor ist selbst ein Betroffener und betroffen.
Sein Vater war Mitglied in der 9. SS-Panzer-Division "Hohenstaufen".
Sein Großvater mütterlicherseits schilderte ihm einmal eine Szene aus seiner Tätigkeit als Feldgendarm im 2. Weltkrieg, die dem Verfasser noch heute eine Gänsehaut erzeugt.
Als er 1991 das Elternhaus seines Vaters in Ostpreußen aufsuchte, war er doch sehr erstaunt, dass es neben einem jüdischen Friedhof lag, über den in der Familie nie gesprochen wurde.
Geschichtsforschung der jüngeren Vergangenheit ist vor allem auch Erinnerungsgeschichte.
Doch wie trügerisch Erinnerungen sind, musste der Autor vielfach bei sich selbst feststellen.

Wurde die Gesellschaft für Schleswiger Stadtgeschichte von ehemaligen Nationalsozialisten beherrscht?
Dazu wurde erst ermittelt, wie viel Prozent der deutschen Erwachsenen 1939 Mitglieder der NSDAP waren.
Es waren 20 % aller Männer und 1 % aller Frauen. 1)
Bevor der Verfasser untersuchte, wie viel Prozent im Vorstand und Redaktionsausschuss ehemalige NSDAP-Mitglieder waren, schätzte er ihren Anteil auf 40 %.
Die Recherche im Schleswiger Landesarchiv und Berliner Bundesarchiv ergab aber eine ganz andere Zahl, nämlich 100 % und zwar für den Zeitraum 1955 (Gründung der Gesellschaft) bis 1974.
Parteimitglieder waren
- Der Leiter der Gründungsversammlung Dr. Ingwersen 2) und
- der Referent des Festvortrages Prof. Koppe aus Kiel 3).
Sie waren einfache Mitglieder der Gesellschaft für Schleswiger Stadtgeschichte.
- Der 1. Vorsitzende Otto von Wahl trat schon am 1.5.1932 in die NSDAP ein. 3)
- Der 2. Vorsitzende Helgo Klatt erhielt 1933 das Parteibuch. 3)
- Der Redaktionsleiter Dr. Theodor Christiansen wurde 1937 aufgenommen 3)
- Die Schatzmeister Dr. Marler 3), Heinrich Schacht 3) und Thomas Frahm 4) trugen das Parteiabzeichen, ebenso der Geschäftsführer Otto Warnecke 3), Frahm sogar schon seit 1932.
- Der Leiter des Schleswiger Landesarchivs Prof. Hector 5) war seit 1926 Parteigenosse, Johannes Thomsen seit 1933 6). Beide waren Redakteure der Gesellschaft für Schleswiger Stadtgeschichte.
- Die Ehrenmitglieder Dr. Helmut Lemke 7), Dr. Harry Schmidt 8), Prof. Jankuhn 9) und Prof. Schlee 10) gehörten der Partei an, Dr. Lemke schon seit 1932.
- Die einzige Ausnahme war das Ehrenmitglied Dr. Behrens 11), seines Zeichens ehemaliger Schleswiger Bürgermeister, der sich einem NS-Beitritt beharrlich verweigert hatte.
- Der ehemalige Stadtarchivar Ernst Petersen 12) war zwar kein Mitglied der Gesellschaft, aber seit 1933 Parteigenosse.

Erst seit ungefähr 1974 traten politisch nicht vorbelastete Personen in den Vorstand und Redaktionsausschuss ein.
Wie müssen diese Tatsachen bewertet werden?
Vermutlich ist jeder, der vor 1933 der NSDAP beitrat, als ein überzeugter Nationalsozialist einzuordnen.
Bei allen, die danach eintraten, war Opportunismus wohl das vorherrschende Motiv.
Wie viel Überzeugung vorlag, lässt sich nicht leicht verifizieren.
Diese Arbeit versucht hier etwas mehr Klarheit zu schaffen.
Der Verfasser hätte sich in seinem Beruf als freiberuflicher Zahnarzt nicht der NSDAP anschließen müssen.
Aber er muss ehrlicherweise zugeben, dass er nicht weiß, wie er sich verhalten hätte, wenn er einen Beruf ausgeübt hätte, wo man ihn hätte unter Druck setzen können, wie z. B. als Lehrer oder Angestellter der Stadt.
Bei Recherchen in anderen Sachen fiel dem Verfasser in Entnazifizierungsakten ehemaliger Schleswiger Geschäftsleute auf, dass oft ein männliches Mitglied der Familie - meist der Juniorchef - in die Partei "geschickt wurde".
Dies war eine Strategie, sich auch weiterhin staatliche Aufträge zu sichern.
Eine ähnliche Strategie kann der Verfasser bei einigen Geschäftsleuten unter seinen Patienten beobachten, deren Familienmitglieder unterschiedliche Zahnärzte aufsuchen.

1929 Dr. Lemkes Sicht auf die Parteien in der Weimarer Republik
Dr. Helmut Lemke, Jahrgang 1907, war ein Jurist, der 1932 der NSDAP beitrat.
Von 1937 bis Mai 1945 bekleidete er das Amt des Bürgermeisters von Schleswig.
Von 1963 bis 1973 war er Ministerpräsident von Schleswig-Holstein.
Seinem Portrait in WIKIPEDIA möchte der Verfasser einen Absatz aus seiner Kieler Dissertation des Jahres 1929 auf Seite 160 beistellen, die "Das preußisch-deutsche Problem in der Reichsreform" lautete.
"Die treibenden Kräfte einer Reform sind vor allem die wirtschaftlichen Verbände, da sie besonders unter dem Steuerdruck zu leiden haben und durch eine Reform eine Verbilligung der Kosten der öffentlichen Hand erhoffen. ....
Allgemein werden die Kommunisten, Sozialdemokraten und Demokraten als Förderer des Einheitsstaates angesehen.
Dies wird in der Praxis nicht immer der Fall sein.
Es kann vorkommen, daß diese Parteien, wenn sie sich in Opposition zur Regierung befinden, gegen die unitarischen Maßnahmen der Regierung stimmen.
Auch wird den Sozialdemokraten vorgeworfen, daß sie aus Gründen der Machterhaltung in den Ländern vor allem in Preußen, wohin sie ihr Schwergewicht verlegt haben, praktisch=politisch von ihrem Programm abweichen.
In Preußen ist die Sozialdemokratie seit 1918 dauernd am Ruder gewesen.
Im Reich hat sie nur wechselnden Einfluß gehabt.
Dadurch, daß sie die preußische Politik bestimmte, konnte sie die Reichspolitik immerhin beeinflussen.
Dies würde ihr im Einheitsstaat nicht möglich sein.
Daß diese Erwägung zu Hemmungen innerhalb der konsequenten Parteipolitik führt, ist klar.
Die Deutsche Volkspartei ist zwar für den Einheitsstaat, lehnt aber eine sofortige Einführung ab, da sie sich gegen Anwendung von Zwang ausspricht.
Sie hält am Bestehen Preußens, solange die Zeit für den Einheitssaat noch nicht reif ist, fest.
Das Zentrum ist mit Rücksicht auf ein Zusammengehen mit der bayerischen Volkspartei nicht ausgesprochen unitarisch.
Es hält sich mit einer Erklärung zurück.
Die völkischen Gruppen [NSDAP] unterstützen praktisch-politisch die einheitsstaatliche Richtung nicht.
Dagegen halten die Bayerische Volkspartei, der Bayerische Bauernbund und die Deutschnationale Volkspartei an dem föderalistischen Aufbau unbedingt fest, wenngleich sie in bezug auf die Stellung Preußens verschiedene Ziele verfolgen.
Es ist zu erwähnen, daß die schroff ablehnende Haltung der Bayerischen Volkspartei gegenüber einer in einheitsstaatlicher Richtung laufenden Reform durch den Einfluß des Prälaten modifiziert werden wird.
Der größte Widerstand gegen eine einheitsstaatliche Reform liegt bei den Ländern ..."
Dr. Lemke zeigte hier, daß er sehr ausgewogen urteilen kann.
Sein Eintritt in die NSDAP war vermutlich keine Überzeugung, viel mehr ein Weg, um Karriere zu machen.

1935 "Verzicht auf gemalte Hakenkreuzfähnchen und blonde Langschädel"
Prof. Ernst Riewert Schlee
wurde 1910 geboren.
In Kiel studierte er Kunstgeschichte und Volkskunde und schloss 1934 mit der Dissertation über die "Die Ikonographie der Paradiesesflüsse" ab.
Über seine Person schrieb er 1984 u. a.:
"Auch der Bund "Kunst für Schule und Volk" war der NS-Kulturgemeinde eingegliedert worden, richtiger: er ging in ihr auf, und eines Tages erfuhr ich, daß ich, als Nichtparteigenosse, die Bezeichnung "Fachreferent für bildende Kunst in der NS-Kulturgemeinde" trage und als solcher einen "Kunstring", d. h. eine Art Kunstverein zu organisieren und ferner in der Provinz Ausstellungen lebender Künstler zustandezubringen hätte."
Für die NS-Kulturgemeinde organisierte Dr. Schlee 1935 in der Kieler Kunsthalle die Ausstellung "Schleswig-Holstein, Kunst und Volk". 13)
Zitat aus Dr. Schlees Vorwort:
"Es fehlt nicht an billigen Versuchen, Ideen und Werte der lebendigen Gegenwart mit falscher Monumentalität und leerem Pathos auszuschlachten.
Wir verlangen künstlerische Wahrhaftigkeit und verzichten dafür gern auf eine Reihe gemalter Hakenkreuzfähnchen und blonder Langschädel."
Nun stellt sich die Frage, wie es möglich war, dass ein "Nichtparteigenosse" eine solch führende Rolle in der NS-Kulturgemeinde spielen konnte.
Weitere Recherchen ergaben, dass Ernst Schlee 1933 erst in die SA und 1937 in die NSDAP eingetreten war.
Beides hätte aber in seinem 1984er Beitrag "Persönliche Eindrücke aus dem Kunstleben in der Provinz 1920-1937" stehen müssen.
Denn dort hatte er sich ausführlich mit seinem Verhältnis zu Kunst, Volkskunde und NSDAP auseinander gesetzt.
Der Verfasser sieht Prof. Schlees Verhalten so:
Er trat 1933 in die SA ein, weil die NSDAP im selben Jahr wegen des großen Andrangs eine Aufnahmesperre für neue Mitglieder erlassen hatte, die erst 1937 wieder gelockert wurde.
Mit der SA-Mitgliedschaft konnte er seinen "guten Willen" gegenüber der NS-Bürokratie beweisen.
Hätte er nicht so gehandelt, so wäre seine Karriere nicht so erfolgreich verlaufen.

1935 Die "Judenfrage" in einer Dissertation behandelt
Kurt Hector trat 1926 als 17jähriger in die NSDAP ein, die er 1927 wieder verließ.
Von 1929 bis 1930 war er Mitglied der SA.
1937 trat er wieder in die NSDAP ein, um eine berufliche Stellung zu erhalten.
1935 verteidigte Kurt Hector erfolgreich seine Kieler Dissertation unter dem Titel: "Die politischen Ideen und Parteibildungen in den schleswigschen und holsteinischen Ständeversammlungen 1836 bis 1846"
Besonders Interessant ist dabei eine ausführliche Abhandlung zur "Judenfrage".
Die Zusammenfassung dieses Kapitels auf Seite 204 lautete:
"Heute, am Ende der liberalen Anarchie, sind wir wieder imstande, die Haltung jener Männer zu würdigen und zu verstehen, was die zeitgenössischen Intellektuellen als "den großen Gedankenstrich" in den Akten der Ständeversammlungen, als "ein dunkles Rätsel, in dessen Tiefen die menschliche Vernunft vergeblich hinabtaucht" empfanden.
Wir haben versucht, die geistigen Waffen zu kennzeichnen, mit denen die Abgeordneten sich gegen die Aufnahme der Juden zur Wehr setzten:
Es sind die Idee des christlichen Staates und die Idee der Nation.
Beide unterscheiden sich grundsätzlich von der heutigen völkischen Anschauung dadurch, daß sie die Bekehrung und Assimilierung einzelner Juden begrüßen und die Betreffenden in ihre Gemeinschaft aufnehmen, während heute in der Frage der Volkszugehörigkeit die Willensentscheidung keinen Raum hat - jedenfalls nicht bei Fremdrassigen.
Verschiedene Zeiten haben eben für ein und dasselbe Problem verschiedene Lösungen.
Es wird aber ein Ehrenblatt in der schleswig-holsteinischen Geschichte bleiben, daß Lorentzen-Adelby und Löck und mit ihnen die Mehrzahl der Abgeordneten die hinter diesem Problem lauernde Gefahr erkannt und auf lange Jahre hinaus von ihrer Heimat ferngehalten haben.
Es ist, als ob sie das Wort ihres Landsmannes und Zeitgenossen, des größten schleswig-holsteinischen Dichters [Hebbel], im Sinne gehabt hätten, mit dem dieser die kommende Entwicklung vorausahnte:
"Die Emanzipation der Juden unter den Bedingungen, welche die Juden vorschreiben, würde im weiteren geschichtlichen Verlauf zu einer Krise führen, welche die Emanzipation der Christen notwendig machte." " 14)
In dem Kapitel "Judenfrage" hat Kurt Hector mit großem Geschick alle möglichen zeitgenössischen Klippen umschifft, die ihm auch in der Zukunft Probleme bereiten könnten.

1936 NS-Ideologie statt Landwirtschaft auf dem Lehrplan
Dr. Peter Ingwersen veröffentlichte 1933 den "Versuch eines Lehrplans. Bildungsplan auf landschaftlicher Grundlage und im Gesamtunterricht für die Oberstufe der Landschule".
1936 erschien die 2. Auflage, die er in seinem Vorwort so kommentierte:
"In einem aber unterscheidet sich der jetzige Bildungsplan wesentlich von dem ersten "Versuch".
Im dritten Jahr ist die Fächerung, die ich damals noch aus stofflichen Gründen für notwendig hielt, aufgegeben worden.
An ihre Stelle ist die Betrachtung des deutschen Staatsraumes als Ganzes und die des gesamtdeutschen Volksraumes und die Beziehung beider zur näheren und weiteren Welt getreten, wobei die Welt zu politischen und wirtschaftlichen Räumen zusammengefaßt worden ist.
Dadurch finden die beiden ersten Jahreskurse erst ihre Krönung, indem deren Erziehungsziel, nämlich die Hinführung des deutschen Volksgenossen durch die Erziehungsmittel Heimat, Landschaft und Stamm zu deutschem Staat und Volk, nun auch von der Schau und dem Erlebnis des Ganzen her erstrebt wird.
Dadurch tritt der dritte Jahreskreis in den Dienst der Erziehung der Landjugend zum politischen deutschen Menschen."
Als neues Fach wurde auch Menschenkunde eingeführt, wobei Hitlers "Mein Kampf" als Grundlage dienen sollte.
Weitere neue Themen waren:
Der Verfall der deutschen Kultur in Sitte, Literatur, Kunst, Kino, Theater; Vorherrschaft Fremdrassiger; Reinigung von Literatur, Theater und Film; Antijudengesetze, Rückkehr zu deutscher Art, die nordische Rasse, die anderen Rassen Deutschlands, Rasse und Raum, Vererbung, Rassenpflege, die rassische Zusammensetzung der Bevölkerung Frankreichs, Marseille als Einfallstor Afrikas, die Vernegerung Frankreichs, die Notwendigkeit der Kolonien, Rassenfragen in Südafrika, Adolf Hitlers Bemühungen um Frieden mit Frankreich, Mussolini und der Faschismus.
Es ist frappierend, wie konsequent Dr. Ingwersen die NS-Ideologie in sein Lehrbuch integrierte.
In seinem Entnazifizierungsverfahren "vergaß" er darüber hinaus die 1936er Auflage seines Lehrplans zu erwähnen.
Im Nachruf der Schleswiger Nachrichten vom 17.2.1958 wurde dem verstorbenen Oberregierungs- und -schulrat attestiert:
"Nur ein Charakter von der absoluten Lauterkeit Dr. Ingwersens konnte den Heimatbegriff einen so hohen, verpflichtenden Inhalt geben. Nur ein Mensch von der inneren Weite des Verstorbenen konnte sein Werk ohne innere Komplikationen ausdehnen auf die Heimatvertriebenen, denen er auf dem Wege über die Landsmannschaften erfolgreich empfahl, die Geschichte ihrer Flucht und Not und den Beginn des Einlebens in die neue Gemeinschaft zu schreiben."
Dass die Menschen in anderen Ländern auch ein Recht auf Heimat hatten, vermisst der Verfasser in Dr. Ingwersens Lehrplan.

1937 Die "Rassenfrage" in Haithabu
Prof. Herbert Jankuhn gab 1937 zwei Bücher heraus:
- Die Wehranlagen der Wikingerzeit zwischen Schlei und Treene
- Haithabu. Eine germanische Stadt der Frühzeit
Die "Wehranlagen" hat 350 Seiten und sollte die wissenschaftliche Gemeinde ansprechen.
"Haithabu" umfasst 140 Seiten und war mehr für den interessierten Laien bestimmt.
Darin findet sich ein besonderes Kapitel: "Die rassische Zugehörigkeit der Bewohner
Das große Sarggräberfeld, das zur Stadt gehörte, ist seit 1902 untersucht worden, wenn auch bis heute erst ein ganz kleiner Teil freigelegt ist.
Die Bedeutung dieses Friedhofes beruht darin, daß hier etwa 3-4000 Tote bestattet sind, deren Knochenreste bei systematischen Grabungen noch zu heben sind.
Damit gewinnen wir ein ganz ausgezeichnetes Material für die Frage der rassischen Zusammensetzung der Germanen in der größten Stadt des Nordens.
Eine solche Stadt wirkt natürlich auf sehr viele Menschen anziehend, und ein Friedhof innerhalb der Handelsstadt ist anders zu beurteilen als ein Friedhof, der zu einem Bauerndorf der Wikingerzeit gehört.
Aber der Einzugsbereich der Siedlung ist ja in der Hauptsache auf den europäischen Norden beschränkt und die stark nivellierenden Tendenzen, die die modernen Städte ausüben, sind für diese frühe Zeit noch nicht in demselben Umfange anzunehmen.
Waren es doch im wesentlichen Nordgermanen, Sachsen und Friesen, also artverwandte Völker, die hier zusammenkamen und ihre Toten auf dem Gräberfeld bestatteten.
Vielleicht wird man auch mit geringen Einsprengungen aus dem slavischen Gebiet rechnen müssen, aber die anthropologische Untersuchung des nord- und westslavischen Gebietes hat gezeigt, daß ein nennenswerter Unterschied zwischen dem germanischen Kreis und dem slavischen Gebiet in jener Zeit noch kaum festzustellen ist.
So ist anthropologisch ein Einströmen slavischer Elemente nur schwer nachzuweisen.
Eine neue Untersuchung der Skelettfunde aus Haithabu durch Gisela Asmus 15) hat allerdings gezeigt, daß die Gräber aus Haithabu, wie auch die wikingerzeitlichen Skelette aus Schweden, die sich von dem gleichzeitigen norwegischen Material etwas unterscheiden.
Während in Norwegen aber sog. Reihengräbertyp, d. h. die Form, die wir als eigentlich nordisch bezeichnen, rein ausgeprägt ist, zeigen die Skelette aus den wikingischen Ostseegebieten gewisse Züge, wie etwa die Tendenz zur Abplattung der Nase, die G. Asmus am ehesten durch slavische Beeinflussung erklären möchte, wobei sie darauf hinweist, daß die Beziehungen der Ostsee- Wikingerstaaten zum Slavengebiet den historischen Hintergrund einer solchen Beeinflussung bilden könnten.
Von den 19 Schädeln, die noch so gut erhalten waren, daß sie gemessen werden konnten (Abb. 207) ist 1 kurz, 5 sind mittel und 13 lang, so daß das Überwiegen der Langschädlichkeit für Haithabu sehr deutlich in diesem Befund zum Ausdruck kommt.
Bei den langen Schädeln lassen sich zwei Sonderformen nachweisen, eine mit niedrigem, die andere mit hoch gewölbtem Gehirnschädel, die eine schmalgesichtig, die andere breitgesichtig.
Es sind also die beiden Formen, die seit der Steinzeit in dem nordischen Material nebeneinander vorkommen und deren Wurzel, wie es scheint, bis ins Paläolithikum zurück zu verfolgen ist.
Daneben weist G. Asmus noch verschiedene andere Formen nach, sodaß das nach dem Schädelindex verhältnismäßig einheitliche Bild durch die verschiedenartige Ausformung der Schädel doch etwas komplizierter ist.
Das Auftreten von Kurz- und Mittelschädeln in Haithabu kann nicht so sehr verwundern, ist doch dieses rassische Element schon seit der mittleren Steinzeit im Norden nachweisbar, wo es vielleicht aus einer Urbevölkerung herzuleiten ist.
Im Ganzen spielt es aber im Knochenmaterial der Wikingerzeit nur eine untergeordnete Rolle, wie es ja auch bei den germanischen Reihengräberfeldern Mittel- und Süddeutschlands in der Völkerwanderungszeit sehr stark zurücktritt.
Rassisch werden wir uns also die Bewohner der Stadt ziemlich einheitlich vorstellen müssen."

Abb. 1

Prof. Jankuhns Worte kann man auch so deuten, dass es eigentlich keinen Unterschied zwischen slavischen und germanischen Schädeln gibt.
In den "Wehranlagen" fällt kein einziges Wort über das Thema Rasse, vermutlich um in der wissenschaftlichen Gemeinde keinen Anstoß zu erregen.
Prof. Jankuhn trat 1937 in die NSDAP und SS ein und wollte sich wohl mit dem Rasse-Kapitel bei Heinrich Himmler "hoffähig" machen, um seinen Job als Archäologe in Haithabu zu behalten.
1938 erfuhr "Haithabu" eine 207 Seiten starke Neuauflage, worin im Vorwort folgender Absatz zu lesen ist:
"In der Durchführung der Arbeit ist im Jahre 1938 ein grundsätzlicher Wandel eingetreten.
Mit der Übernahme der Grabung durch den Reichsführer SS und Chef der deutschen Polizei Heinrich Himmler und der Übertragung an das "Ahnenerbe" sind die Grabungen und ihre Bearbeitung aus dem Zustand einer durch viele Faktoren bedingten Unstetigkeit auf eine sichere, größere Planung gestattende Basis gestellt worden.
Der Ankauf des für die Untersuchungen zunächst wichtigsten Geländes hat auch die äußeren Voraussetzungen für eine großzügigere Grabung geschaffen."
Der Verfasser meint, dass Prof. Jankuhn in dieser Sache opportunistisch handelte, aber gleichzeitig Himmler für seine eigenen Interessen manipulierte.

1940 "Polnische Entdeutschungsmaßnahmen"
Prof. Wilhelm Koppe
fungierte 1940 als Co-Autor in dem Buch "Der Krieg, seine Vorgeschichte und seine Entwicklung bis zum 1. Februar 1940", das von Karl Schwarz heraus gegeben wurde.
Prof. Koppes Beitrag lautete: "Die unmittelbaren Ursachen des deutsch-polnischen Krieges".
Die o. a. Überschrift ist ein Zitat aus dieser Arbeit.
In seinem Schlusswort ist zu lesen:
"Polen ging an Versailles, seinem Ursprung, an seiner intransigenten Politik gegen seine Minderheiten und Nachbarstaaten, an seinen durch nichts gerechtfertigten Großmachtillusionen und an der Vasallität zu den Westmächten mit innerer Notwendigkeit nach kurzfristiger Existenz wieder zugrunde."
Prof. Koppe präsentierte sich in seinem Beitrag als linientreuer Nationalsozialist.
Sein Co-Autor Prof. Johann v. Leers war Hitlers "Hof-Biograph". 16)

1943 Das "Judengrab im Hünengrab"
Die Zeitschrift der Gesellschaft für Schleswig-Holsteinische Geschichte veröffentlichte im Jahre 1943 unter Punkt 8 der Abteilung "Beiträge zur Judenfrage in Schleswig-Holstein" drei Aufsätze, wobei Dr. Harry Schmidt über "Das Judengrab bei Dänischenhagen und der Kieler Advokat Schiff" schrieb.
Der Stil erinnert an die "Judenfrage" von Dr. Hector.
Es ist die Geschichte eines Juden, der gegen alle äußeren Widerstände Advokat wurde, eine Christin heiratete und 1847 in einem gemeinsamen Grab bestattet wurde, ohne dass einer von beiden seinen Glauben aufgeben musste.
Seine Frau folgte ihm 1856.
Das Ende war insofern bemerkenswert, als das Grab in einem Bronzezeitlichen Grabhügel angelegt und eingeweiht wurde.
Zwischen den Zeilen erblickt der Verfasser eine herzergreifende Liebesgeschichte, für die Dr. Schmidt aber auch Konzessionen an den Zeitgeist machen musste.
So lautete sein Schluss:
"Seitdem sind jetzt bald 90 Jahre vergangen. Das "Judengrab" ist in Vergessenheit geraten und aus dem Gedächtnis der Menschen entschwunden.
Nur wenige wissen noch von ihm.
Es entbehrte seit langem jeglicher Pflege, so daß alles verwildert und verkommen war.
Das erklärt sich daraus, daß die Eheleute Schiff keine Nachkommen hinterließen.
Im Laufe der letzten Jahre sind, wie ich bei einer abermaligen Besichtigung im September 1942 feststellte, auch die gitterartige Einfriedung und die Inschrifttafel entfernt worden.
Die Spuren einer vorübergehenden und dem ursprünglichen Zwecke der Stätte ganz fremden Verwendung sind ausgetilgt.
Jetzt verrät nichts mehr, daß hier vor etwa 100 Jahren zwei ungewöhnliche "Nachbestattungen" vorgenommen worden sind.
Und das wird man begrüßen.
Denn es handelt sich, wie eingangs erwähnt, um bronzezeitliche Grabhügel, um die Ruhestätte germanischer Fürsten oder Edlen, um Gräber aus grauer Vorzeit, die unserem Volke heilig sind und durch ein seltsames Geschick zum Begräbnisplatz eines Juden und einer Frau, die ihres deutschen Blutes vergaß, herabgewürdigt worden"." 17)

1945 "Millionen, die ein reiner Glaube trog"
Über Dr. Fritz Michel hat der Verfasser in den Beiträgen von 2001 eine ausführliche Biographie geschrieben.
Er war Hauptschriftleiter der Schleswiger Nachrichten 1923-1937 und 1949-1965 und ein sehr aktiver Steigbügelhalter der NSDAP, der er auch beitrat.
Politisch hielt er sich nach dem Kriege völlig zurück.
Sein Resümee über die NS-Zeit drückte er in dem Gedicht "Passion 1945" aus:
"Millionen, die ein reiner Glaube trog,
vergehen in dem unbarmherz´gen Sog
des Strudels von Verzweiflung, Hunger, Frost und Regen." 18)
Dr. Michel hatte wirklich an den Führer geglaubt und ihn sehr verehrt.

1970 Das Landeskrankenhaus Schleswig und die Euthanasie
1970 brachte die Gesellschaft für Schleswiger Stadtgeschichte den Sonderband "150 Jahre Landeskrankenhaus Schleswig" heraus.
Hier interessiert den Verfasser natürlich, wie die Euthanasie dargestellt wurde.
Auf Seite 18 schrieben die beiden Obermedizinalräte Dr. Kühn und Dr. Hahn :
"1936 wurde Dr. Grabow zum Direktor der Landesheilanstalt ernannt. ....
Wie in allen deutschen Heilanstalten wurden auch in Schleswig im Rahmen der Euthanasieaktion des damaligen Regimes Kranke in sogenannte Reichsanstalten verlegt.
Alle Mitarbeiter des Landeskrankenhauses Schleswig, von denen niemand über die gezielten Absichten der damaligen Regierung unterrichtet war, waren erschüttert, als sie später von dem Schicksal ihrer Kranken, mit denen sie zum Teil über lange Jahre hinaus in engster Verbindung gelebt hatten, erfuhren.
Nachdem Dr. Grabow und seine Ärzte später über den wahren Sachverhalt in Kenntnis gesetzt worden waren, legten sie höheren Ortes sofort Verwahrung gegen diese unmenschlichen Maßnahmen ein und verhinderten eine Fortsetzung dieser Aktion."
In dem 1995 erschienen Buch "Die Geschichte einer psychiatrischen Klinik" von Dr. Jenner kann man auf den Seiten 118-119 lesen, dass Dr. Grabow nie einen Beweis für diese "Verwahrung" vorgelegt hatte.
Es gab auch keine Verhinderung "dieser Aktion" an den Schleswiger Patienten.
Das Morden ging planmäßig weiter.
Weitere Recherchen des Verfassers ergaben, dass Dr. Kühn und Dr. Hahn zur Generation "Gnade der späten Geburt" gehörten.
Sie hatten eigentlich nur das wiedergegeben, "was im Hause Sprachgebrauch war".
Auf relevante Quellen konnten sie damals gar nicht zugreifen.
1970 beschäftigte sich der Deutsche Ärztetag erstmals in seiner Geschichte mit der psychiatrischen Versorgung und danach erst wurde vom Bundestag die Psychiatrie-Enquete in Auftrag gegeben, die 1975 fertig gestellt wurde. 19)

1978 Konflikt um den Schleswiger "Roland"
Am 4.3.1978 bildeten die Schleswiger Nachrichten die Skizze eines Rolands ab.
Der begleitende Text lautete:
"Den ersten "greifbaren" Vorschlag zur Verschönerung des Rathausmarktes hat jetzt die Gesellschaft für Schleswiger Stadtgeschichte unter dem Vorsitz von Otto v. Wahl gemacht:
sie nahm Kontakt zu dem Bildhauer Goedtke auf, der um einen Entwurf für eine Statue auf dem Rathausmarkt gebeten wurde.
Sie soll einen Schleswiger Roland zeigen und würde nach Angaben Goedtkes fertig gestellt etwa 12.000 DM kosten.
Um das Kunstwerk zu ermöglichen, hat die Gesellschaft für Stadtgeschichte ein Spendenkonto eröffnet, auf das jeder einzahlen kann, der dieses Vorhaben unterstützen möchte.
Die Gesellschaft für Schleswiger Stadtgeschichte erinnert in diesem Zusammenhang daran, daß auf dem Rathausmarkt jahrhundertelang ein Roland als Zeichen der Marktgerechtigkeit gestanden hat.
Die mittelalterliche Figur stand auf einer schweren Holzsäule."

Abb 2: Entwurfskizze für eine Roland-Säule auf dem Schleswiger Marktplatz von K.-H. Goedtke. SN vom 4.3.1978

Daraus entwickelte sich ein öffentlich ausgetragener Konflikt - zwischen dem 1. Vorsitzenden Otto von Wahl auf der einen Seite - und dem 2. Vorsitzenden Christian Radtke M.A. und dem Schriftführer Dr. Volker Vogel auf der anderen Seite.
Ursache war die Frage, ob Schleswig jemals einen Roland hatte.
In der städtischen Kämmereirechnung von 1565 wurde tatsächlich ein Roland erwähnt.
Drei Monate vorher (im Dezember 1977) hatte aber Prof. Schlee in den Beiträgen zur Schleswiger Stadtgeschichte Folgendes geschrieben:
"Eine Schleswiger Büttelfigur wird erstmals 1564 erwähnt, und zwar unter der Bezeichnung "Roland" - wobei offen bleiben muß, wieweit sie mit den Rolandfiguren als Symbolen städtischer Rechtshoheit vergleichbar ist.
Im Jahre 1565 schnitzte der Bildhauer Hans von Münster für Schleswig eine neue Figur.
Sie bekam eine Rute aus Messingdraht in die Hand gesteckt, stellte also einen Büttel dar, während dem eigentlichen Roland das Schwert gebührt."
Otto von Wahl war von Beruf Rechtsanwalt, archäologischer Autodidakt 20) und Vereinsvorsitzender von der ersten Stunde an.
Sein Verdienst war es, durch private Tauchgänge vor Haithabu 1949 die wissenschaftliche Archäologie auf diese wertvolle Fundstelle aufmerksam gemacht zu haben.
Christian Radtke M.A. war studierter Historiker und Dr. Vogel studierter Archäologe.
Sie waren eine Generation jünger als Otto von Wahl und gehörten dem Vorstand von 1976 bis 1979 an.
Otto von Wahl praktizierte einen autoritären Führungsstil, während die beiden jungen Vorstandsmitglieder auf demokratischen Entscheidungsprozessen bestanden.
Es gab im Vorstand aber eine numerische Pattsituation, die Mehrheitsentscheidungen schwierig machte.
Von Wahl und der Schatzmeister Thomas Frahm - beides ehemalige überzeugte NSDAP-Mitglieder - standen den beiden Wissenschaftlern gegenüber.
Dr. Vogel und Radtke wurden mit dem "Roland" völlig überrascht.
Hätte von Wahl sie vorher darüber informiert, so wäre dieser Zeitungsartikel nie erschienen.
So mussten sie um ihre wissenschaftliche Reputation fürchten.
Otto von Wahl hingegen fürchtete um sein Lebenswerk - um "seinen" Verein, und um seine Macht.

Abb. 3: Anteil Text-Anmerkungen in den Beiträgen zur Schleswiger Stadtgeschichte. Vom Verfasser errechnet.

Er konterte mit Kritik an den Veröffentlichungen, die Radtke in den "Beiträgen" drucken ließ.
Insbesondere prangerte er die ausufernden "Anmerkungen2 an.
Stein des Anstoßes war der 1977 erschienene Beitrag von Dagmar Unverhau:
"Von "Toverschen und Kunstfruwen in Schleswig 1548-1557 Quellen und Interpretationsansätze zur Geschichte des Zauber- und Hexenwesens".
Hier standen 17 Seiten Text, gefolgt von 32 Seiten Anmerkungen, was für das Publikationsorgan der Gesellschaft für Schleswiger Stadtgeschichte schon ungewöhnlich war.
Denn in der ersten Mitgliederversammlung 1955 war man sich darüber klar, "daß es darauf ankomme, den geschichtlichen Sinn und das Interesse für die große Vergangenheit Schleswigs in möglichst volkstümlicher Aufgeschlossenheit, ohne akademische Schwere zu wecken und wach zu halten."
So nahm ein vereinsinterner Machtkampf seinen Lauf, an dessen Ende Radtke und Dr. Vogel aus dem Vorstand ausschieden. 21)
Wie könnte man Otto von Wahls Einsatz für den Roland deuten?
- Er wusste von Prof. Schlees drei Monate alter Veröffentlichung, dass hier einmal ein Büttel und kein Roland stand.
- Er muss gewusst haben, dass der Büttel mit der Rute auch ein faschistisches Symbol in Italien darstellte. Mussolini und seine Anhänger beriefen sich darauf, dass es im alten Rom die Liktoren waren, die als Symbol der Macht ein Rutenbündel trugen.
- Von Wahl war adelig. Im Mittelalter wurden Rolande als Zeichen bürgerlicher Freiheit in vielen Städten aufgestellt. Freiheit bedeutete damals frei von adeliger oder kirchlicher Vormundschaft zu sein.
Der Verfasser meint, dass von Wahl ein "guter Demokrat" sein wollte.
Seine Wahlheimat Schleswig durfte in seinen Augen keine faschistische Vorgeschichte aufweisen.
Mit anderen Worten: das Nest durfte unter keinen Umständen beschmutzt werden.
Deshalb setzte er sich für die Aufstellung eines Rolands ein.
Seine Methode zur Durchsetzung dieses Ziels brachte ihn aber in Konflikt mit anderen Vorstandsmitgliedern.

1981 Juden in Schleswig - "ein Problem auf Abstand" ?
Die wichtigsten von jedem Deutschen deutlich wahrnehmbaren Judenpogrome waren der Boykott jüdischer Geschäfte am 1.4.1933 und die "Reichskristallnacht" am 9. November 1938.
Die "Reichskristallnacht" fand in Schleswig nicht statt, aber zum so genannten "Boykott-Samstag" fanden sich in den Schleswiger Nachrichten am 1.4.1933 und am 5.4.1933 zwei Anzeigen:



Abb. 4: SN vom 1.4.1933



Abb. 5: SN vom 5.4.1933

Das weitere Schicksal der Angeprangerten war:
- Rechtsanwalt Schäfer verlor dadurch viele Mandanten. Er hatte das Plakat zwar ausgehängt, aber wegen Platzmangels innerhalb der Kanzlei. 22)
- Henry Gerald war ein Heilpraktiker aus Rendsburg, der von 1926 bis 1934 in der Schleswiger Mansteinstr. 2 seinem Gewerbe nachging. 1934 wanderte er nach Amerika aus. 23)
- Der Schuhmacher Christian Witthöft starb 1946 in Schleswig als 83jähriger. 24)
- Die Firma Tack & Cie. wurde 1933 zu einem damals gerechten Preis an die Fa. Freudenberg verkauft. 25)
- Das Konsumgeschäft existierte nominell weiter, war aber "gleichgeschaltet". 26)
- Eine Volksbuchhandlung konnte in den Schleswiger Adressbüchern nicht gefunden werden. Vermutlich hatte sie nur kurz existiert. Unter der Adresse Langestr. 23 fanden sich nur der Rentner Nicolaus Petersen (Schneidermeister) als Eigentümer und F. Hansen als Eisenbahnbetriebsassistent.
In seinem 1981 erschienen Buch "Schleswig 1836-1945" schrieb Dr. Christiansen:
"Wie die Einwohner auf die verschärfte Judenhetze im November [1938] reagierten, läßt sich nicht feststellen.
Da in der Stadt kein jüdischer Bürger mehr wohnte, war es ein Problem auf Abstand."
Dr. Christiansen hatte die örtliche Zeitung immer akribisch durchgelesen, wie man seinen Büchern entnehmen kann.
Aber über die Boykottanzeigen verlor er kein Wort, obwohl sie unübersehbar waren.
In seinem 1990 erschienen Beitrag "Juden in der Stadt Schleswig" zitierte Skierka Dr. Christiansen, ohne neue Erkenntnisse hinzu zu fügen. 27)
1991 schrieb er noch den Nachtrag: "Juden in Schleswig - Einige Nachbemerkungen".
Auch hier kein Wort über den Boykott-Samstag.
Der Verfasser vermutet, dass Skierka es vermeiden wollte, Dr. Christiansen bloß zu stellen.
Das Verschweigen des "Boykotts" durch Dr. Christiansen und Skierka ist nicht entschuldbar.

1997 "Mit dem Röhm-Putsch war alles vorbei"
Dietrich Herting veröffentlichte 1997 in den Beiträgen zur Schleswiger Stadtgeschichte eine sehr geschönte Biografie über den Zahnarzt Dr. Adolph Herting, der Ortsgruppenleiter und Kreisleiter der NSDAP war und 1933 / 1934 kommissarisch das Amt des Schleswiger Bürgermeisters bekleidete.
Dietrich Herting versuchte darzulegen, dass sein Vater nach der Machtergreifung Hitlers in die "innere Emigration" gegangen sei:
"Der Autor zitiert aus einem Gespräch mit seiner Mutter aus den 50er Jahren, als er begann, sich für die Rolle seines Vaters in jener Zeit zu interessieren, aber auch an deren rein familiären Dingen nachzuspüren.
Seine Mutter sagte ihm auf seine entsprechende Frage, was der Autor noch heute als ihren Originalton im Ohr hat, weil ihm diese Antwort sehr viele Türen zum Verstehen auch mancher von seinem Vater nicht zu Ende geführten Diskussion mit diesem öffnete:
`Die Kampfzeit war im Grunde unsere schönste Zeit.
1934 gingen Vater und mir die Augen auf.
Mit dem Röhm-Putsch war alles vorbei"!´"

Abb. 6: Gertrud Kaintoch, spätere Frau Herting in Stettin, etwa 1921/22.

Eine Anfrage beim Bundesarchiv ergab aber:
Am 1. Juni 1930, zwei Monate nach Dr. Hertings Aufstieg zum Ortsgruppenleiter, war auch Gertrud Herting Parteigenossin unter der Nummer 261.511 geworden.
Sie unterstützte ihren Mann in seiner Parteitätigkeit:
"[Ich habe mich] ... für die Ziele der Partei ... eingesetzt ... , indem ich selbst von Mund zu Mund warb und Flugblätter verteilte, ferner indem ich Redner und andere Pgg. unterbrachte und beköstigte - manche sogar wochenlang".
Im Juli 1932 trat sie jedoch mit folgender Begründung aus:
"In den damaligen Wahlkämpfen benutzten die Gegner die widernatürliche Veranlagung des damaligen Stabschefs Röhm in den bekannten Schriften als Wahlpropaganda.
Es erfolgte weder eine klare gerichtliche Verfolgung dieser unerhörten Anschuldigungen noch ein freiwilliger oder erzwungener Rücktritt Röhms.
Mein ganzes Empfinden als Frau und Mutter sträubte sich aber dagegen."
Viereinhalb Monate nach der Ermordung Röhms stellte sie einen Antrag auf Wiederaufnahme in die Partei, der aber wegen einer allgemeinen Aufnahmesperre abgelehnt wurde.
Am 12. März 1937 richtete sie sogar ein persönliches
"Gnadengesuch ... An unsern Führer Adolf Hitler in Berlin ...
"Mein Führer ... Mein sehnlichster Wunsch ist, wieder der Partei anzugehören ...
Ich bitte Sie daher, mein Führer, herzlich, mich wieder in die Partei aufzunehmen."
Als Begründung für ihr Gesuch führte sie aus:
"Und schließlich darf ich noch hinzufügen, daß ich nach der Machtübernahme nochmals 3 Kindern das Leben gab, auch hierin der Auffassung meines Mannes folgend, daß alte Kämpfer für den Nationalsozialismus in jeder Beziehung Vorbild und Beispiel geben sollten.
Heil! Mein Führer! Frau Gertrud Herting"
Diese Einstellung wurde eindrucksvoll durch eine Geburtsanzeige in den SN bestätigt:
"Das deutsche Volk wird nur dann vor dem völkischen Niedergang bewahrt, wenn die gesunde Familie mindestens 4 Kinder aufzieht. Wir zeigen die glückliche Geburt unseres 6. Kindes, eines kräftigen Jungen, an. Dr. A. Herting und Frau Gertrud, geb. Kaintoch, Schleswig, den 18.2.1936"."
Da ihr Gnadengesuch abschlägig beschieden wurde, wiederholte sie es noch zweimal (1937 und 1939).
Am 13. September 1939 schrieb das Mitgliedsamt in München dem Gauschatzamt Schleswig-Holstein:
"... dass bei der bevorstehenden Kontingentierung eine Wiederaufnahme möglich ist.
Ich bitte deshalb bezüglich einer Wiederaufnahme der genannten unter Berücksichtigung der Anordnung 34/39 von dort aus das weitere zu veranlassen und der ehemaligen Parteigenossin Gertrud Herting entsprechenden Bescheid zu erteilen"." 28)
Der Verfasser hatte den Eindruck, dass Dietrich Herting die aufgedeckte Korrespondenz seiner Mutter völlig überraschte.

1998 Die "Herting-Affäre"
Kurz nach der Veröffentlichung von Dietrich Hertings Aufsatz über seinen Vater kam es zu der so genannten "Herting-Affäre", die die Gesellschaft für Schleswiger Stadtgeschichte in ihre 2. große Krise stürzte.
Da der Verfasser selbst eine tragende Rolle in dieser "Affäre" spielte, möchte er ihre Aufarbeitung einem zukünftigen Autor überlassen.
Nachweise dazu sind auch in den Schleswiger Nachrichten zu finden.
Der Verfasser schrieb 1999 eine Gegendarstellung zu Dietrich Hertings Aufsatz. 28)

1998 "Hanne geriet zufällig in eine Veranstaltung mit Ernst Thälmann"
In den Beiträgen zur Schleswiger Stadtgeschichte 1998 publizierte Frau Gertrud Vierck-Nordmann eine Biografie über ihren Vater Johannes [Hanne] Vierck.
Dabei schilderte sie seine Erlebnisse in Hamburg aus dem Anfang der 1930er Jahre:
"Ein Schulfreund, der als Steward zur See fuhr, nahm Hanne eines Tages mit nach Hamburg. ...
Im "Hippodrom" auf St. Pauli wurde er Pferdepfleger und Chauffeur. ...
Doch mehr und mehr bestimmte die Politik das tägliche Leben.
Auch wenn man sich nicht für Parteien und deren Programme interessierte, mußte man in Hamburg doch einiges mitbekommen.
Es war ein "heißes Pflaster".
Hanne geriet dann auch eines Tages zufällig in eine Veranstaltung mit Ernst Thälmann.
Diese wurde prompt durch Braunhemden gesprengt.
Nach dem Verlassen des Lokals wurde Hanne beim Überqueren des Heiligengeistfeldes von heranstürmenden Polizisten geschlagen, obwohl er weder zu der einen noch zu der anderen Gruppe gehörte.
Verunsichert und bedrückt durch die politischen Verhältnisse in der Großstadt kehrte er Ende 1932 nach Schleswig zurück."
Gegen diese Schilderung sprechen zwei Beweise:
1. Laut Auskunft des Schleswiger Einwohnermeldeamtes vom 22.4.2015 hatte Johannes Vierck von seiner Geburt bis zu seinem Tode immer in Schleswig gewohnt. Eine Abmeldung nach Hamburg und eine Wieder-Anmeldung in Schleswig war nie erfolgt.
2: Eine Karteikarte aus dem Bundesarchiv beweist, dass Johannes Vierck bereits am 1.4.1932 Mitglied der NSDAP wurde, er also ein aktiver und überzeugter Nationalsozialist war.
Sein Passbild zeigt ihn in SA-Uniform.
Wahrscheinlicher erscheint mir:
Er reiste zusammen mit seinen SA-Kumpanen nach Hamburg, um dort eine KPD-Veranstaltung zu sprengen.
Wie so etwas ablief, kann man sehr anschaulich einem Artikel der Schleswiger Nachrichten vom 20.2.1934 unter dem Titel
"Die alte Garde von Erfde" entnehmen.


Abb. 7: Johannes Vierck, sein Paßbild zeigt ihn in SA-Uniform. BA (ehem BDC) NSDAP-Zentralkartei.

2014 "Mein Vater war kein Nationalsozialist"
Reimer Pohl veröffentlichte ### in den 2014er Beiträgen "Auszüge aus der Chronik der Familie Pohl für das Jahr 1939".
Er war wie sein Vater Lehrer an der Domschule.
Dr. Erich Pohl bekleidete von 1956 bis 1964 auch das Amt des Direktors.
Reimer Pohl schrieb:
"Mein Vater war kein Nationalsozialist.
Aber bis in die Mitte der Dreißiger Jahre glaubte er - als überzeugter Christ - fest daran, Nationalsozialismus und Christentum seien miteinander zu vereinbaren;
er berief sich dabei auf den § 24 des Parteiprogramms:
"Die Partei steht auf dem Boden eines positiven Christentums".
Als er dann etwa im Jahre 1937 erstmals von KZs hörte, war es mit der Sympathie vorbei.
" Zweifelsfrei jedoch war Dr. Erich Pohl am 1.7.1933 Mitglied der NSDAP geworden.
Er leitete auch 1943 die sechsmonatige Kinderlandverschickung (KLV) aus Schleswig nach Österreich.
Einen der Partei ferne Stehenden würde man wohl kaum mit dieser Aufgabe, die man ja auch als Erziehungsaufgabe im nationalsozialistischen Sinne sah, betraut haben. 29)

Abb. 8: Dr. Erich Pohl, BA (ehem BDC) NSDAP-Zentralkartei.

Dass er ein überzeugter Nationalsozialist war, schrieb sogar Skierka 1987 in seinem Buch über die Domschule und ihre Direktoren:
"Wie soll man den Menschen Pohl beschreiben? Welches waren seine hervorstechendsten Wesenzüge als Mensch und Vorgesetzter?
Dr. Timm [OStR an der Domschule] spricht in seiner Erinnerung an Pohl von schlichter Liebenswürdigkeit, Herzensgüte und innerer Heiterkeit.
Alles das stimmt, umfaßt aber nur einen Teil des Wesens von Dr. Erich Pohl.
Seine Leitsterne - auch während des Nationalsozialismus, dessen Maxime er anfangs für gerechtfertigt hielt - waren der christliche Glaube und der deutsche Idealismus." 30)
Skierka gab als Quelle die Rede des OStR Dr. Timm an, die in der Domschul-Schülerzeitschrift W.I.R. abgedruckt war.
Zum Erstaunen des Verfassers ist dort kein Wort über die NS-Philie von Dr. Pohl zu lesen.
Dr. Timm hatte vermutlich je eine Kopie seiner Rede an W.I.R. und Skierka übergeben.
Ein unbekannter Zensor aus dem Domschul-Kollegium "radierte" dann wohl vor der Drucklegung in der Schülerzeitschrift.
Der Verfasser meint, dass Dr. Erich Pohl ein Saulus war, der sich zum Paulus gewandelt hatte.
Religiöse Motive für eine NSDAP-Mitgliedschaft waren doch sehr exotisch.

Epilog:
Es ist unbedingt diskussionswürdig, dass alle Vorstands- und Redaktionsmitglieder der Gesellschaft für Schleswiger Stadtgeschichte aus der Zeit von 1955 bis 1974 und fast alle Ehrenmitglieder ehemalige NSDAP-Mitglieder waren, darunter viele aus der sog. Intelligenz-Schicht.
Relevante Quellen wie die Karteikarten der NSDAP-Mitglieder im Berliner Document-Center und die Entnazifizierungsakten im Schleswiger Landesarchiv konnten erst seit Mitte der 1990er Jahre eingesehen werden.
Erst danach waren seriöse Analysen der NS-Zeit möglich.

Anmerkungen
SN = Schleswiger Nachrichten
LASH = Landesarchiv Schleswig-Holstein in Schleswig

1) Der Verfasser errechnete diese Zahlen aus den Tabellen folgender Seiten: http://de.wikipedia.org/wiki/Volkszählung_im_Deutschen_Reich_1939 http://de.wikipedia.org/wiki/Nationalsozialistische_Deutsche_Arbeiterpartei#Mitgliedszahlen_und_-kartei http://de.wikipedia.org/wiki/Frauen_im_Nationalsozialismus
2) LASH Abt. 460.12 Nr. 258
3) Bundesarchiv
4) LASH Abt. 460.12 Nr. 149
5) LASH Abt. 460.12 Nr. 233
6) LASH Abt. 460.12 Nr. 701
7) LASH Abt. 460.12 Nr. 372
8) LASH Abt. 460.11 Nr. 333
9) LASH Abt. 460 Nr. 450
10) LASH Abt. 460.19 Nr. 318
11) Landesarchiv Niedersachsen
12) LASH Abt. 460.12 Nr. 510
13) Ernst Schlee, Persönliche Eindrücke aus dem Kunstleben in der Provinz 1920 - 1937, in: Nordelbingen, Bd. 53 (Heide i. H. 1984), S. 169 - 196.
14) Quellenangaben von Hector zu dieser Zusammenfassung: Literarisch-kritische Blätter der Börsenhalle, Hamburg 1839. Nr. 1688 vom 24. Juni, S. 594. Petersen: Volk und Nation S.12 Derselbe: Deutsche Hefte für Volks- und Kulturbodenforschung 1931/32 Heft 5/6, S. 211, 218. Fr. Hebbel: Tagebücher. Hrsgg. von R.M. Werner Bd. II. Berlin 1903. S. 250 Tagebuchnotiz in Hamburg vom 20. Mai 1843
15) Asmus, Gisela: Die vorgeschichtlichen rassischen Verhältnisse in Schleswig-Holstein und Mecklenburg. Phil. Diss. Kiel 1937. Asmus schrieb in ihrer Schlussbetrachtung: "Schon eingangs wurde gesagt, daß es ein heikles Beginnen sei, über vorgeschichtliche Rassenverhältnisse zu schreiben, da die vorhandenen Schädel nur verhältnismäßig gering an Zahl sind." Merkwürdig ist, dass Prof. Jankuhn in keiner "Haithabu"-Ausgabe die Quelle von Frau Dr. Asmus verriet. Der Verfasser Ritter las die gedruckte Version von 1939.
16) Der Krieg, seine Vorgeschichte und seine Entwicklung bis zum 1. Februar 1940 / Karl Schwarz. Mit Kartenskizzen, e. einführ. Aufsatze des Hrsg.: Europa oder Versailles, sowie e. Anh.: Die historischen Gründe für Polens Niederbruch, u. Die unmittelbaren Ursachen des deutschpolnischen Krieges von Johann v. Leers u. Wilhelm Koppe Die Identität von Karl Schwarz konnte nicht geklärt werden. Biografie von Johann v. Leers: siehe WIKIPEDIA
17) Schmidt, Harry: Das Judengrab bei Dänischenhagen und der Kieler Advokat Schiff - In: Zeitschrift der Gesellschaft für Schleswig-Holsteinische Geschichte, Bd. 70/71 (1943), S.292-308
18) Michel, Fritz: Gedichtband "Stunden der Besinnung" 1960
19) http://de.wikipedia.org/wiki/Psychiatrie-Enquête
20) von Wahl, Kurt Otto: Untersuchungen im Hafengelände von Haithabu. Die Heimat, April 1950, S. 87-89
21) Akten der Gesellschaft für Schleswiger Stadtgeschichte, SN 24.11.1955, SN 4.3.1978, SN 15.12.1979, SN 19.12.1979, SN 28.1.1980, SN 29.3.1980
22) Schleswig im Nationalsozialismus. Zeitzeugenberichte 2. Gesprächskreis Erzählte Geschichte Schleswig 1998. Hrsg. Christian Radtke. Edith Reincke: Ein antijüdisches Plakat S. 9
23) Jüdisches Museum Rendsburg, http://www.falkritter.homepage.t-online.de/henrygerald.html
24) Auskunft des Einwohnermeldeamtes Schleswig am 22.4.2015
25) http://de.wikipedia.org/wiki/Conrad_Tack
26) https://de.wikipedia.org/wiki/Konsum-,_Bau-_und_Sparverein_"Produktion"
27) In seinen Quellen zitierte Skierka die Arbeit von Frau Ueck, die ausführlich über den Boykott berichtet hatte. Ueck, Almut: Die politische Entwicklung in Schleswig 1929-1934 (Staats- und Examensarbeit 1983) LASH E röm 1, 6637
28) Ritter, Falk: Dr. Adolph Herting (1896-1987) - Schleswigs zweiter nationalsozialistischer Bürgermeister. Beiträge der Gesellschaft für Schleswiger Stadtgeschichte 44, 1999, S. 75-104.
29) Kellner, Kornelius: Schleswiger Schüler und Schülerinnen in der KLV-Zeit 1943. Beiträge der Gesellschaft für Schleswiger Stadtgeschichte 59 , 2014, S. 57.
30) Skierka, Joachim: Die Domschule Schleswig und ihre Direktoren 1864-1964. Schleswig 1987, S.119; W.I.R. Oktober 1966 Nachruf Pohl von Dr. Timm, Domschularchiv, S.7 - 11