Kritik an den schleswig-holsteinischen Kunsthistorikern
am Beispiel der Säulenfiguren im Schleswiger Dom und dem Goschhof-Retabel
im Schleswiger Schloss-Museum.
von Falk Ritter, 22.1.2026
Maßstab meiner Kritik sind die von mir entschlüsselten
Rätsel um die Säulenfiguren und das Goschhof-Retabel.
Siehe die Quellen im Anhang!
Es ist frappierend, dass es allen (sic !) kunsthistorischen Fachleuten
selbst nach 500 Jahren *) nicht gelungen ist, die o. a. Werke von Brüggemann
logisch und nachvollziehbar zu deuten.
Und Logik ist ein Kerngebiet der Philosophie!
1) Zu jeder Analyse gehört die vollständige
Beschreibung der Exponate.
Niemand hatte sich die Mühe gemacht, die Säulenfiguren von oben
anzuschauen, sonst hätte man sofort erkannt, dass die Frau im 9. Monat
schwanger ist und die Löcher für die Zackenkrone des Mannes nachträglich
und unsachgemäß in den Turban gebohrt wurden.
Niemand beschrieb die größte Auffälligkeit im Goschhof-Retabel,
nämlich die großen Schalen in den Händen der beiden außen
stehenden Männer.
Diese Elemente sind aber der Schlüssel zur Deutung des Retabels.
2) Auffallend ist auch die völlige Unkenntnis über
das Aussehen von Kaiser Augustus (Octavian), obwohl es genügend Münz-Abbildungen
von ihm gibt.
Nur nach der verlorenen Varusschlacht trug Augustus ein paar Monate lang
einen Bart!

Aureus der beiden Triumvirn Marcus Antonius (Vorderseite)
und Octavian (Rückseite), 41 v. Chr.
3) Um Personen als Sibyllen (= Prophetinnen) zu deuten, braucht es Beweise.
Ihre wichtigsten Attribute sind Jungfräulichkeit, ein Buch, eine Schriftrolle
oder eine erklärende Bildunterschrift.
- Diese Attribute treffen zwar teilweise auf Miriam und Lioba im Goschhof-Retabel
zu, aber sie gehörten ausnahmsweise nicht dazu.
- Da die weibliche Säulenfigur hochschwanger ist, kann sie keine Sibylle
sein.
- Auch scheinen die Bibel-Kenntnisse der Autoren mangelhaft zu sein, denn
dort wird die Königin von Saba nicht als Frau mit prophetischer Begabung
erwähnt, was erst den Phantasien späterer Autoren entsprang.
Conclusio:
Auf Grund dieser gravierenden Mängel aller Kunsthistoriker, die über
die Säulenfiguren und das Goschhof-Retabel geschrieben haben - und
es waren nicht wenige - bin ich der begründeten Überzeugung,
dass sie bei diesen Themen keine seriöse Kunstwissenschaft, sondern
nur Pseudowissenschaft getrieben haben.
So bleibt eine berechtigte Frage:
Kann man die Kunstgeschichte in Schleswig-Holstein nach diesen Erkenntnissen
überhaupt noch als eine wissenschaftlich-philosophische Disziplin
ernst nehmen?
Bildnachweis:
https://de.wikipedia.org/wiki/Datei:Antony_with_Octavian_aureus.jpg
Quellen:
https://www.rudiritter.de/BilderstuermOrdner/Bilderstuerm.html https://www.rudiritter.de/Saeulenfiguren-internet/Saeulenfiguren.html
https://www.rudiritter.de/GoschhofOrdner/goschhof.html
*) Abschließende Bemerkung:
Für die Analyse der Säulenfiguren brauchte ich 4 Monate,
für das Goschhof-Retabel 4 Wochen und für die Stifterin der Friedrichsberger
Dreifaltigkeitskirche Elisabeth Behling 10 Jahre.
https://www.rudiritter.de/Behling-Ordner/Behlingtext.html